
Von KI-gestützter Arzneimittelentwicklung bis hin zur psychedelischen Medizin: Fünf Unternehmenshighlights der Jefferies-Konferenz
Die Konferenz brachte mehr als 3000 führende Führungskräfte, institutionelle Investoren sowie Vertreter von Private Equity und Venture Capital zusammen, um kurz- und langfristige Anlagechancen sowie die aktuellen Trends im Gesundheitssektor zu diskutieren. Neben der Teilnahme an über 50 Gesprächen mit Portfoliounternehmen bot die Veranstaltung eine gute Gelegenheit zum Austausch mit Branchenkollegen.
Im Folgenden beleuchten wir fünf Unternehmen, die aus unseren Management-Gesprächen besonders hervorstachen:
Roche-CEO Thomas Schinecker zeichnete ein überzeugendes Bild davon, wie künstliche Intelligenz und Robotik die Pharmaindustrie verändern könnten. Seiner Ansicht nach wird KI nicht nur die Erfolgschancen bei der Entwicklung neuer Medikamente erhöhen, sondern auch die Anzahl der Wirkstoffe, die in die klinische Entwicklung eintreten, deutlich steigern. Roche bereitet sich bereits auf diese Zukunft vor. Die neuesten Forschungsstandorte in den USA wurden so konzipiert, dass sie vollständig mit modernster Robotik kompatibel sind. Auf Produktseite könnte Roche mit Giredestrant vor einem weiteren bedeutenden Durchbruch in der Brustkrebstherapie stehen. Das Medikament adressiert eine grosse Patientengruppe und verfügt über Blockbusterpotenzial. Gleichzeitig richten sich die Blicke der Investoren auf mögliche Neuigkeiten zur Adipositas-Pipeline von Roche am diesjährigen Kongress der American Diabetes Association in New Orleans, einer der wichtigsten Veranstaltungen in diesem Bereich.
Das Management von BridgeBio erläuterte, wie sich das Unternehmen von einem Anbieter mit einem einzelnen Kernprodukt zu einem breit aufgestellten Spezialisten für seltene Erkrankungen entwickelt. Das führende Produkt Attruby erzielt bereits starke Umsätze im Markt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hat das Potenzial, sich zu einem Blockbuster-Medikament zu entwickeln. Das Management geht davon aus, dass Ärzte das Medikament auch bei zunehmendem Wettbewerb weiterhin als Standardtherapie einsetzen werden. In den kommenden zwölf Monaten plant BridgeBio die Markteinführung von drei weiteren Medikamenten zur Behandlung seltener genetischer Erkrankungen, für die derzeit nur begrenzte Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Mit dem Ziel, bis 2027 profitabel zu werden, und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm positioniert sich BridgeBio als führendes Unternehmen im Bereich seltener Erkrankungen mit kumulierten Spitzenumsätzen von USD 8 Mrd. über das gesamte Produktportfolio hinweg.
Cogent Biosciences steht vor mehreren wichtigen Meilensteinen, darunter zwei bedeutende FDA-Entscheidungen, die für Ende 2026 für den Leitwirkstoff Bezuclastinib erwartet werden. Das Medikament wird für zwei onkologische Indikationen entwickelt, bei denen aus Sicht der behandelnden Ärzte ein erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht. Wir sind der Ansicht, dass Investoren das kommerzielle Potenzial derzeit unterschätzen. Im Falle einer Zulassung könnte sich Bezuclastinib zu einer wichtigen Therapieoption in beiden Indikationen entwickeln und Cogent den Übergang von einem Biotechunternehmen in der Entwicklungsphase zu einem kommerziellen Unternehmen mit mehreren Wachstumstreibern ermöglichen.
Compass Pathways bereitet sich auf die mögliche erste bedeutende Markteinführung einer psychedelisch unterstützten Therapie zur Behandlung therapieresistenter Depressionen vor. Das Unternehmen plant, den Zulassungsantrag im Q4 einzureichen. Eine mögliche Zulassung wird für Ende 2027 erwartet, gefolgt von der DEA-Klassifizierung innerhalb von zwei bis vier Monaten. Das Management betonte, dass der Erfolg nicht nur von der regulatorischen Zulassung abhängen wird, sondern auch vom Aufbau geeigneter Behandlungszentren, der Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitswesen, der Aufklärung von Patienten sowie der engen Zusammenarbeit mit den Regulierungsbehörden zur Etablierung geeigneter Standards. Das Gespräch bestätigte die Einschätzung, dass sich psychedelische Medizin von einem experimentellen Konzept zu einer etablierten Kategorie im Gesundheitswesen entwickelt. Compass scheint gut positioniert, um diese Entwicklung massgeblich mitzugestalten.
Das Management von Inventiva zeigt sich im Vorfeld der Phase-III-Daten seines Medikaments Lanifibranor zur Behandlung von Lebererkrankungen weiterhin sehr zuversichtlich, insbesondere hinsichtlich dessen Fähigkeit, Leberfibrose rückgängig zu machen, ein zentraler Indikator für eine Verbesserung des Krankheitsverlaufs. Das Management geht zwar nicht davon aus, dass das Medikament die Marktführerschaft von Madrigal unmittelbar herausfordern wird, sofern die Fibrosereduktion nicht über 20% liegt. Der adressierbare Markt ist jedoch weiterhin weitgehend unerschlossen, da derzeit nur rund 10% der infrage kommenden Patienten behandelt werden. Mit den für Q4 erwarteten zulassungsrelevanten Phase-III-Daten und einer Marktkapitalisierung von weniger als USD 1 Mrd. sieht das Management erhebliches Kurspotenzial, sofern die klinischen Ergebnisse positiv ausfallen.

