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ASCO 2026: Eine Zukunft ohne Chemotherapie?

01.06.2026

Neue Wirkmechanismen für einige der am schwierigsten zu behandelnden Krebsarten standen auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago im Mittelpunkt. Mit mehr als 40 000 Teilnehmern ist ASCO die weltweit bedeutendste Onkologiekonferenz. Bellevue Asset Managements Portfoliomanager Dr. Terence McManus und Biopharma-Analyst Dr. Markus Schweiger sind vor Ort und tauschen sich mit führenden Ärzten über die neuesten Innovationen in der Krebsbehandlung aus.

Eines der wichtigsten Themen der ASCO 2026 ist der mögliche Beginn einer neuen Ära in der Behandlung von Lungenkrebs. Über viele Jahre galt die Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie für zahlreiche Patienten als Standardtherapie. In diesem Jahr standen jedoch zwei neue Behandlungsansätze im Fokus: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), angeführt von Merck und Keluns Sacituzumab Tirumotecan (Sac-TMT), sowie eine neue Generation von PD-1/VEGF-bispezifischen Antikörpern, angeführt von Summit und Akesos Ivonescimab.

Die präsentierten Studienergebnisse deuten darauf hin, dass gezieltere Therapieansätze die Behandlungsergebnisse gegenüber den heutigen Standards weiter verbessern können. Während weiterhin Fragen zur Übertragbarkeit einzelner Studiendaten auf globale Patientengruppen bestehen, hat sich die Diskussion bereits verändert. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Frage, ob ADCs oder PD-1/VEGF-Therapien die besseren Ergebnisse liefern, sondern wie beide Ansätze kombiniert werden können, um wirksamere und möglichst chemotherapiefreie Behandlungsregime zu entwickeln.

Auch ausserhalb des Lungenkrebsbereichs sorgte Revolution Medicines für Aufmerksamkeit. Das Unternehmen präsentierte überzeugende Phase-III-Daten für den RAS(ON)-Inhibitor Daraxonrasib bei vorbehandeltem Bauchspeicheldrüsenkrebs. In der Studie RASolute 302 konnte die mediane Gesamtüberlebenszeit im Vergleich zur Standardchemotherapie nahezu verdoppelt werden. Angesichts der begrenzten Fortschritte bei dieser besonders schwer behandelbaren Krebsart sind diese Ergebnisse bemerkenswert. Die Präsentation wurde mit stehenden Ovationen aufgenommen und löste intensive Diskussionen darüber aus, wie schnell sich Daraxonrasib als neuer Behandlungsstandard in der Zweitlinientherapie etablieren könnte.

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