Ergebnis 2016

Ergebnis in Kürze

  • Operativer Gewinn der Gruppe reduziert sich um 41% auf CHF 14.5 Mio.
  • Wiederkehrende Erträge auf 81% gesteigert
  • Betreute Kundenvermögen um 48% auf CHF 7.9 Mrd. erhöht
  • Netto-Neugeld von CHF 2.8 Mrd., davon CHF 341 Mio. organisch (+6%)
  • Asset Management dank starkem zweiten Halbjahr mit operativem Gewinn von CHF 21.4 Mio
  • Bank am Bellevue mit operativem Verlust von CHF 3.6 Mio. – geplante Restrukturierung
  • Vorsteuergewinn von knapp CHF 1 Mio. aufgrund von Wertberichtigungen im Dezember 2016
  • Antrag einer steuerfreien Barausschüttung von CHF 1.00 pro Aktie
  • Ergänzung des Verwaltungsrates um ein weiteres Mitglied

Strategische Verbreiterung der Bellevue Group dank Kompetenzdiversifikation

Die erfolgreiche Akquisition und Integration des unabhängigen deutschen Asset Managers StarCapital AG trug zur gezielten Diversifikation des Leistungsspektrums der Bellevue Group bei. Ausgehend von der weiterhin starken Position im Healthcare-Bereich haben sich damit die Kompetenzen und das Produktangebot um die Segmente gemischte, sogenannt vermögensverwaltende Strategien, globale Aktien- und Anleihenstrategien sowie ETF-basierte Strategien substanziell erweitert. Möglich wurde dies durch eine in der Gruppengeschichte erstmalige Kapitalerhöhung. Die Emission von rund drei Millionen neuer Namenaktien führte zu einem Bruttoerlös von CHF 32.9 Mio.

Als weitere strategische Initiative wurde mit dem Aufbau eines Dienstleistungsangebotes für unternehmerische Privatkunden begonnen. Bellevue Investment Partners bietet neben Investmentlösungen auch Vermögenskonsolidierung sowie Family-Office-Dienstleistungen an. 

Nachhaltige Steigerung des Anteils wiederkehrender Erträge – stärkeres zweites Halbjahr

Wie die gesamte Finanzindustrie kämpfte auch die Bellevue Group seit Jahresbeginn mit globalen Markt-korrekturen, die insbesondere im Biotech- und gesamten Healthcare-Bereich spürbar waren. Dank einer Steigerung der operativen Leistung im zweiten Halbjahr – zu der auch die akquirierte StarCapital AG beitrug – verzeichnete das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft als wichtigste Ertragsquelle der Gruppe lediglich einen Rückgang von 2% auf CHF 68.9 Mio. (Vorjahr: CHF 70.6 Mio.). Während das Asset Management trotz tieferer Performance-Gebühren das Ertragsniveau um 1% auf CHF 57.9 Mio. (CHF 57.1 Mio.) insgesamt leicht steigerte, verzeichnete die Bank infolge sich weiter abschwächender Geschäftsaktivitäten einen Ertragsrückgang von 29% auf CHF 14.7 Mio. (CHF 20.6 Mio.).

Der Anteil wiederkehrender Erträge der Gruppe konnte auf 81% weiter erhöht werden (Ende 2015: 71%). Erwartungsgemäss schlugen auf der Aufwandseite die strategischen Initiativen (Akquisition StarCapital AG, Aufbau Vermögensverwaltung für Privatkunden) zu Buche und führten zu einem kostenseitigen Anstieg von rund 9% auf CHF 57.6 Mio. (CHF 52.7 Mio.). Diese Entwicklungen resultierten in einem 41% tieferen operativen Gewinn von CHF 14.5 Mio. (CHF 24.6 Mio.). Nach Berücksichtigung von Verlusten auf Seed Capital, aller Abschreibungen und Wertberichtigungen resultiert ein Vorsteuergewinn von CHF 0.9 Mio. (CHF 0.5 Mio.).

Asset Management: Kundenvermögen auf neuem Rekordniveau

Das Asset Management profitiert zunehmend von der Akquisition der StarCapital AG und der damit ein-hergehenden weiter diversifizierten Anlagekompetenz sowie dem verbreiterten Produktangebot. Dadurch verzeichnete das Asset Management im zweiten Halbjahr rund 40% höhere Erträge und die betreuten Kundenvermögen stiegen im Vorjahresvergleich um 47% auf CHF 7.8 Mrd.

Der markante Anstieg basiert ausschliesslich auf Neugeldern in der Höhe von CHF 2.8 Mrd. Dazu beigetragen haben neben der Akquisition von StarCapital organische Netto-Neugelder in der Höhe von CHF 320 Mio. – was einem annualisierten Wachstum von rund 6% entspricht. Über CHF 190 Mio. stammen aus dem erfolgreichen Börsengang der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust an der Londoner Stock Exchange, mit welcher die lokalen Anlegerbedürfnisse noch besser abgedeckt werden können.

Auch die Fonds im Non-Healthcare-Bereich erfreuten sich steigender Beliebtheit, allen voran der BB Global Macro, der mit einer guten Anlageperformance verstärkt Investoren anzieht und inzwischen die CHF-300-Mio.-Marke deutlich überschritten hat.

Eine überdurchschnittliche Anlageperformance erzielten auch der BB Entrepreneur Switzerland (16%) und der BB Entrepreneur Europe Small (12%), die ihre entsprechenden Benchmarks deutlich übertrafen.

StarCapital lieferte in allen Anlageklassen herausragende Leistungen, allen voran die Flaggschiff-Fonds Huber Strategy 1 (gemischt, aktienlastig) mit einer Performance von 20%, Winbonds plus (gemischt, rentenlastig) mit 12%, Starpoint (Aktien international) mit 19% und Argos (Anleihen international) mit 10%.

Insgesamt vermochte das starke zweite Halbjahr die Delle aus dem ersten Quartal nicht vollständig zu kompensieren und das operative Ergebnis glitt um 14% auf CHF 21.4 Mio. (CHF 24.9 Mio.) zurück. 

Bank am Bellevue: Weitere Ertragserosion im Kerngeschäft – geplante Restrukturierung

In der Bank setzte sich der Ertragsrückgang im angestammten Geschäft fort. Die bereits tiefen Brokerage-Aktivitäten verlangsamten sich strukturell und regulatorisch bedingt weiter und das Corporate Finance blieb deutlich unter dem Vorjahreswert. Zusätzlich geschmälert wurde die Ertragsbasis durch das stark rückläufige Zinsgeschäft, in welchem sich im Wesentlichen die normalisierte Dividende der SIX Group niederschlug. Vor diesem Hintergrund wird wie geplant der Aufbau von Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen für Privatkunden vorangetrieben. Diese Investitionen führten zu einem Anstieg der Auf-wandseite, so dass insgesamt ein operativer Verlust von CHF 3.6 Mio. (Gewinn 2015: CHF 4.1 Mio.) resultierte.

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen (anhaltender Margendruck, steigende regulatorische und technologische Anforderungen) und des damit einhergehenden Ertragsrückgangs im Kerngeschäft der Bank wird geplant, die Brokerage- und Corporate-Finance-Aktivitäten per Mitte Jahr einzustellen (siehe Pressemitteilung vom 21. Februar 2017).

Der voraussichtliche Restrukturierungsaufwand von geschätzten CHF 3-5 Mio. soll vollumfänglich und erfolgswirksam dem Geschäftsjahr 2017 belastet werden. Die Bank am Bellevue erbringt weiterhin ihre Dienstleistungen für ihre übrigen Custody-, Trading-Execution- und Market-Making-Kunden. Auch auf das übrige Leistungsangebot der Bellevue Group hat die geplante Restrukturierung keine Auswirkungen.

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Daniel Koller, CFO
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